Hanno: A short escape from Tokyo

Nachdem ich nun schon zum dritten Mal in Tokyo wohne, sollte man eigentlich meinen, dass ich mich inzwischen an das Leben in dieser Millionenstadt mit ihren Menschenmassen gewöhnt hätte. Gerade diesmal ist es mir jedoch besonders schwer gefallen, mich in der Hektik der Großstadt zurechtzufinden, – was sicher daran liegt, dass ich zwei Jahre lang im japanischen inaka (also auf dem „Land“) gelebt habe, umgeben von Bergen und Reisfeldern und Hase und Fuchs, die sich dort buchstäblich Gute Nacht gesagt haben.

Auch wenn ich damals so manches Mal die Unpraktischkeit meines Alltags (Züge, die nur einmal die Stunde fahren, kein Kino oder sonst irgendein „Entertainment“ vor Ort, etc.) bedauert habe, und im Gegensatz dazu die vielen kulturellen (und shopping-) Möglichkeiten Tokyos mehr als zu schätzen weiß, vermisse ich letztlich die Ruhe und Gelassenheit des Landlebens sehr. In Tokyo täglich mit dem Zug zur Arbeit zu fahren trägt auch nicht unbedingt zu einem niedrigen Stresspegel bei, – schon bald nach meinem Umzug hierhin war mir somit klar, dass ich meine Dosis Natur brauche, um innerlich ein wenig zur Ruhe zu kommen.

Für einen kurzen Ausflug ins Grüne bot sich da Hanno im Südwesten der Saitama-Präfektur an. Nur etwa eine Zugstunde von Tokyo entfernt und mit immerhin stolzen 80.000 Einwohnern kann man es zwar nicht wirklich als „ländlich“ bezeichnen, – aber dennoch gibt es in dieser Stadt weit weniger Menschen, viel mehr Grünflächen, Felder und sogar einige kleine Wälder. Zudem sind mehrere kleine Wanderrouten in der Umgebung ausgezeichnet, was einen Ausflug umso einfacher macht. Wir entschieden uns für einen etwa 11km langen Weg, der zunächst durch ein Wohnviertel, an einem Flußlauf entlang, an dem einige Ausflügler grillten, zu ein paar Tempeln und durch den Wald auf einen kleinen Hügel führte. Ohne Erwartungen an eine spektakuläre Landschaft ließen wir die Umgebung an uns vorbeiziehen und genoßen die ruhige Stimmung und die frische Waldluft… Als ich am nächsten Tag, wieder in Tokyo, aufwachte, fühlte ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder entspannt und ausgeglichen.

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