The wonderful and not so wonderful Mt. Izugatake – hike

Wie man vielleicht hier ein wenig heraushören konnte, hat mich seit einiger Zeit die Wanderlust gepackt. Die klare Luft, das viele Grün um einen herum und das Rauschen der Bäume hat auf mich eine herrlich entspannende Wirkung. Man macht Sport, wird für die Anstrengungen aber mit einer malerischen Aussicht belohnt. Nun ist Japan ja ein sehr hügeliges Land, womit es fast so viele Berge wie wanderlustige Menschen (meistens rüstige Rentner, die mich mit einem Lächeln und einem „Let’s go“ auf den Wegen beschwingt überholen) gibt, und sogar um Tokyo herum hat man auch neben dem Fuji überraschenderweise genügend Berg-Optionen zur Auswahl. Nach Konsultation unserers eigens gekauften Wanderbuchs, das sich übersetzt liest wie „Bergwanderungen – Sichere Landkarten“, beschlossen wir, erneut in die Saitama-Präfektur aufzubrechen. Diesmal jedoch war unser Ziel nicht Hanno, sondern der Bahnhof Shoumaru, der einige Stationen ländlicher liegt. Dort wollten wir nämlich den Izugatake, einen 851 Meter hohen Berg hinaufsteigen. 12,4 km, zu schaffen in ca. 5:25 Stunden, das sagte unser schlaues Buch. Da wir morgens gegen 10 Uhr bereits loswanderten, hatten wir also genug Zeit für den Aufstieg. Dachten wir zumindest. Es sollte aber ganz anders kommen.

Zunächst jedoch fing alles ganz harmlos an. Wir liefen anfangs auf einer kleinen Straße entlang, bis wir in den Wald gelangten und mehr und mehr umgeben waren von dem satten Grün der Bäume und Sträucher am Wegesrand, nur unterbrochen von den gelben und orangenen Herbstblättern, die bereits begannen, sich ab und an zu zeigen. Immer wieder schimmerte es hier und da durch das klare Wasser, das sich einen Weg in den vielen kleinen Bachläufe bahnte oder durch Spinnenweben, in denen sich die vormittäglichen Sonnenstrahlen spiegelten. Ich lief hierhin und dahin, machte Tausende von Fotos und war voller Energie angesichts der Lebendigkeit um uns herum. „Bist du glücklich?“ fragte mein Freund. „Ja“, sagte ich.

Danach ging es an den eigentlichen Aufstieg, der recht hügelig und steil war; die Fotos wurden weniger, die anderen Wanderer nahmen zu, aber auf dem Gipfel des Izugatake ging es uns trotzdem noch ziemlich gut, wozu auch die ersten Momiji-Blätterfärbungen erheblich beitrugen. Unsere Wanderung endete jedoch nicht dort, nein, es ging weiter zu den nächsten Berggipfeln, Komitake (890m) und Takahata-yama (695m), und einigen kleineren Hügeln, so dass wir jedes Mal die steilen Pfade hinunter- und wieder hinaufsteigen mussten. Gegen drei Uhr dachte ich irgendwann, jetzt müssten wir ja bald ankommen, doch da hatten wir unsere Rechnung mit dem letzten Hügel gemacht, der immer noch stolze 500m auf die Landkarte brachte. Nachdem dieser geschafft war, wurden wir immerhin mit noch mehr farbenfrohem Blätterwerk an einem großen Tempel auf unserem Weg belohnt. Da es danach jedoch bereits 4 Uhr wurde und sich die Dämmerung gemächlich auf den Wald senkte, wir jedoch immer noch weit vom Bahnhof entfernt waren, wurde es dann doch etwas hektisch, denn sich bei Dunkelheit im Wald zu verlaufen ist dann doch keine so gute Idee.

Zum Schluss, es war bereits stockdunkel, wir waren jedoch wieder soweit in der Zivilisation zurück, dass uns ab und zu das Licht vorbeifahrender Autos blendete, rannten wir fast, um noch den Zug gegen 17:30 Uhr zu erreichen, der uns zurück nach Tokyo brachte. Über 7 Stunden hatten wir gebraucht, und am nächsten Tag schmerzten Muskeln, von denen ich lange vergessen hatte, das sie überhaupt existierten.
„Und, zu welchem Berg fahren wir als nächstes?“ fragte ich meinen Freund.

2 Gedanken zu “The wonderful and not so wonderful Mt. Izugatake – hike

  1. I love hiking, but i’ve never hiked for more than 1 hour. 7 blows my mind!
    Pictures are beautiful as usual. I’m definitely adding this place to my „maybe one day“ list 🙂
    Also, i had no idea you had a boyfriend! Is he Japanese or a foreigner?

    Thanks for sharing!

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    1. I think, hiking for up to five hours is okay for me, but from then on my mood goes downhill, especially, when I don’t know when the hike will end, haha 😉
      My boyfriend is Japanese, btw.

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