The Japanese (Buddhist) Wedding

Man könnte sagen, dass man in Japan eine sehr harmonische Beziehung zu Religion pflegt. Andere religiöse Sichtweisen werden nicht in Frage gestellt, was passt, wird in die eigene Kultur mit aufgenommen, verschiedene Religionen schließen sich hier nicht gegenseitig aus. So sagt man allgemein, dass man in Japan an Neujahr zum Shinto-Schrein geht, um sich und seiner Familie für das neue Jahr Glück zu wünschen, Beerdigungen finden im buddhistischen Tempel statt, und zum Heiraten zieht man eine Kirche oder zumindest Kapelle vor (am besten mit original unechtem ausländischen katholischen Priester). Natürlich hält es nicht jeder so, und es gibt tatsächlich auch Buddhisten in Japan, die einen persönlicheren Bezug zur Religion haben und wissen, warum sie diese und jene Rituale durchführen, die längst tief mit dem japanischen Alltag verwoben sind.

Eine davon ist sicher meine langjährige Freundin Yumi. Kennengelernt haben wir uns in Deutschland, wo sie ein Jahr als Austauschstudentin verbracht hat, aus einer Zeit, als wir aus Unkenntnis der jeweils anderen Sprache mehr mit Gesten denn Worten kommuniziert haben. Yumis Vater ist buddhistischer Priester, und das Haus ihrer Familie ist somit Wohnhaus inklusive angeschlossenem Tempel und Friedhof. Vor einiger Zeit erhielt ich eine Einladung zu ihrer Hochzeit, über die ich mich sehr freute. Die erste japanische Hochzeit, zu der ich gehen würde! Als ich meinen Arbeitskollegen davon erzählte, waren sie überrascht darüber, dass es eine buddhistische Hochzeit in einem Tempel werden würde. Das sei sehr selten, meinten sie.

So war ich umso aufgeregter, als ich eines Vormittags im November aus dem eigens reservierten Bus stieg, der mich und einige andere Gäste zum Familienhaus, bzw. Tempel brachte. Wir wurden schon relativ früh dort erwartet, obwohl die Hochzeit erst ca. 1,5 Stunden später beginnen sollte. Zeit genug, um sich ein wenig zu akklimatisieren und Yumis Uni- und Schulfreunde kennenzulernen, die auch alle zum ersten Mal einer buddhistischen Hochzeit beiwohnten. Als die Hochzeit also begann waren wir alle sehr gespannt. Zu allererst muss ich sagen, dass Yumis Kimono atemberaubend aussah, und auch der Bräutigam trug passend dazu ein traditionell weißes Hochzeitsgewand (Haori und Hakama). Die meisten anderen Frauen, die zur Hochzeit eingeladen waren, trugen übrigens ebenfalls Kimono, wodurch ich mir in meinem Kleid noch befremdlicher vorkam.

Zunächst kamen Priester der verschiedenen Nachbartempel in die Tempelhalle hinein, die auf traditionellen Instrumenten eine unmelodiöse Melodie erklingen ließen. Danach folgten das Hochzeitspaar und der Priester, der die Beiden trauen sollte. Nachdem alle saßen, las er einige Sutras vor, zu denen die anderen Priester teilweise einstimmten, und danach schwor sich das Hochzeitspaar vor allen anwesenden die Treue. Draufhin legten sie sich Gebetsarmbänder um, die für den Buddhismus typisch sind, die Ringe wurden ausgetauscht und sowohl Brautpaar als auch die Eltern zündeten eine Art Räucherstäbchen an. Danach wurde noch an alle ein winziger Schluck Sake verteilt, der auf das Wohl des Paares getrunken werden sollte. Ehrfürchtig und noch ganz eingenommen von der Zeremonie, sahen wir zu, wie das Brautpaar am Schluss wieder hinausschritt.

Da ich mich nicht besonders gut mit dem Buddhismus auskenne, konnte ich nicht alles nachvollziehen, was ich sah (auch wenn es sicherlich einige Paralellen zu einer christlichen Hchzeit gab), man konnte jedoch auf den ersten Blick die Feierlichkeit des Augenblicks und die Wichtigkeit, mit der dieser Schritt in die Ehe gemacht werden sollte, erkennen. Auch hier stellt die Ehe etwas Heiliges dar, dass man nicht leichtfertig eingehen oder wieder lösen sollte.
In diesem Sinne, alles Gute für die Zukunft, ihr Zwei 🙂

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5 Gedanken zu “The Japanese (Buddhist) Wedding

  1. Wow her hair is stunning!! I love the white flowers… and your photographs are amazing, as always. What camera do you use by the way?

    I was just talking to my Japanese friend about how traditional Japanese weddings are being practiced less and less. The whole world is adopting the western tradition of a white gown and chapel wedding and I think it’s kind of sad… I’m glad to see more Japanese weddings! I’m also jealous you got to go to one!

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    1. Thank you for your comment; I know, right! Her hair and kimono were amazing!
      I personally think that someone who is not Christian shouldn`t get married in a Christian chapel or church, but that is a whole other issue 😉 I think nowadays in Japan it is all about having an „oshare“ western-style wedding, so I was really glad that I was able to attend this traditional wedding, – on top of seeing a good friend of mine getting married, of course 😉
      For my photos I use an Olympus pen lite; I bought it two years ago and I am still in love with it, because it is so easy to take nice pictures, haha^^

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  2. Wow, this was stunning. Not just the wedding but also your photography. I love how you caught the environment and mood but noone’s full faces are on your blog. Very respectful and beautiful.

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