Oita Travel Diary: Monkeys, more Monkeys and Onsen

Im März diesen Jahres, nach einem turbulenten und Überstunden-reichen Jahresanfang, buchte ich spontan (wobei “spontan“ bei mir heißt, etwa drei Wochen vorher und nicht schon ein halbes Jahr zuvor eingeplant) Flugtickets nach Kyushu, um ein wenig dem Arbeitsalltag in Tokyo zu entfliehen. Mitreisende waren schnell gefunden, und auch das Reiseziel ließ nicht lange auf sich warten: Es sollte nach Oita gehen, wo Natur und Onsen meinen Stresspegel wieder etwas zu reduzieren versprachen.

Die Oita-Präfektur ist ja vor allem für ihre „Höllen“-onsen in Beppu bekannt, aber da ich wie jeder gute Tourist dort schon einmal gewesen war, beschlossen wir, eine etwas andere Reiseroute zu nehmen. Unser erstes Ziel war Mt. Takasaki (高崎山), wo es einen Naturpark mit frei lebenden Affen gibt. Für 510 Yen kann man dann auch eine ganze Menge Affen sehen (die Affen-Population dort beläuft sich, je nach Quelle, auf 1200-1500 Tiere), die herumlaufen, auf den Bäumen herumturnen, sich streiten und wieder vertragen oder den menschlichen Besuchern des Parks Essen und Getränke klauen, wenn diese nicht aufpassen. Wir kamen genau richtig zur Fütterungszeit, und die Betreuer des Parks wiesen uns Besucher dazu an, uns breitbeinig nebeneinander vor dem Fütterungsplatz hinzustellen, da es Glück bringen würde, wenn die Affen durch die Beine hindurchlaufen würden (mich passierten fünf Affen, eine gute Zahl, nehmen ich an ;)). Es war ein echtes Spektakel, zu sehen, wie mehrere hundert Affen von allen Seiten für das Futter auf das Gelände preschten, und man merkte schnell, wer in der Gruppe das Sagen hatte und sich die besten Futterplätze sichern konnte. Aber auch, nachdem der Spuk vorbei war, hatte ich großen Spaß dabei, die vielen Affen, – vor allem die ganz kleinen – zu fotografieren und fand es erstaunlich, dass sie, wie wir Menschen, ganz unterschiedliche Gesichtsmerkmale haben. Zwar war die grün-graue Landschaft nicht ganz so beeindruckend wie die schneereichen Wälder bei meinem Besuch der Schneeaffen in Nagano, dafür kamen mir die Oita-Affen sehr viel entspannter vor, und auch die Zahl der Touristen war natürlich wesentlich geringer.

Um uns ein wenig sportlich zu betätigen, beschlossen wir danach noch auf den Gipfel des Mt. Takasaki zu wandern. Zum Eingang des Wanderwegs brachte uns ein sehr gesprächiger älterer Taxifahrer, der sichtlich überrascht darüber war, dass wir dorthin wollten (O-Ton: „In meinen 20 Jahren als Taxifahrer hier bin ich diese Route noch nie gefahren!“). Er erzählte uns auch, dass wir eventuell auf Benz treffen würden, den legendären in die Jahre gekommenen Affen-Boss, der vor einiger Zeit seine Gruppe im Affen-Park verlassen hatte, um in den Wäldern des Berges alleine zu sterben. Leider begegnete uns die verschollene Berühmtheit nicht, und zum Glück auch keine anderen wilden Affen, obwohl einige Schilder am Wegrand vor diesen warnten. Stattdessen erwartete uns ein einfacher kleiner Wanderweg, der ganz verlassen bis auf den Gipfel des Berges führte. Dort war übrigens auch der Grundriss eines Schlosses entdeckt worden, das einmal an diesem Ort gestanden haben soll.

Nachdem wir uns an der Aussicht von oben ausreichend satt gesehen hatten, wollten wir zum Abschluss noch in ein richtig schönes Onsen gehen (…Beppu ist ja eher berühmt für seine alten traditionellen Bäder). Dafür bot sich die Bäderlandschaft im Suginoi Hotel bestens an; der Eintritt ist mit etwa 2000 Yen zwar nicht gerade billig, ich war jedoch von den Bädern absolut begeistert. Es gibt einen gemischten Bereich, in dem man mit Badeanzug, bzw. –hose in Onsen-pools planschen kann, und einen Bereich, der für Männer und Frauen getrennt ist; dort kann man ganz entspannt in den verschiedenen Onsen-Bädern das heiße Wasser auf sich wirken lassen und die Aussicht über Beppu genießen kann, – die Onsen befinden sich nämlich auf dem Dach des Hotels! Diese konkurrenzlose Lage führt leider auch dazu, dass am frühen Abend relativ voll wird, da wir jedoch bereits gegen Mittag dort eintrafen, konnten wir dem Ansturm gerade noch so entgehen.

Wart ihr schon einmal in Oita? Was könnt ihr dort so empfehlen?

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